2 Mio. Dollar-Spende an Wikimedia
Die Wikimedia Foundation erhielt jetzt mit 2 Millionen US-Dollar die bisher größte Spende, die Wikipedia, die große freie Internet- Enzyklopädie, je erhalten hat. Die stolze Summe stammt aber nicht von irgendwem, sondern vom Suchmaschinen-Giganten Google! Wikipedia finanziert sich bekanntlich nur aus Spendengeldern und kann das Geld daher sehr gut gebrauchen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sieht die großzügige Spende als Zeichen einer langfristigen Freundschaft zwischen Google und Wikimedia.
Die Wikimedia Foundation trägt bereits seit vielen Jahren dazu bei, Wissen frei zugänglich zu machen ohne selbst daran zu verdienen. Wikipedia ist dabei eines ihrer größten und erfolgreichsten Projekte, denn es handelt sich dabei um eine der fünf meist besuchten Webseiten weltweit. Allein mit der letzten Werbekampagne hat die freie Enzyklopädie 8 Millionen US-Dollar von insgesamt 230.000 Spendern erhalten.
Google lobt Wikipedia bei dieser Gelegenheit und sieht es als eine der größten Erfolge des Internets an. Die gemeinschaftlich produzierten Inhalte seinen eine unschätzbar wertvolle Quelle für jeden, der online ist. Auch wenn für viele nicht ersichtlich, arbeiteten die beiden Organisationen früher schon öfter zusammen. So hatte Google Ende 2009 afrikanische Studenten zu einem Wettbewerb aufgerufen, bei dem Wikipedia auf Kisuheli gestärkt und damit der Internetkonsum auf der ganzen Welt angekurbelt werden sollte. Natürlich zog auch Google einen Nutzen aus dieser Aktion, denn die Teilnehmer stellten automatisch potentielle Kunden der Suchmaschine dar. Doch auch Wales sieht Parallelen zwischen Google und seiner Errungenschaft, denn beide Organisationen haben es sich zum Ziel gesetzt, tagtäglich hochwertige Informationen an hundert Millionen Menschen zu liefern.
Die Spende ist nicht zweckgebunden und lässt der Wikimedia Foundation daher finanziellen Spielraum. Die Gelder sollen unter anderem für die Erweiterung der technischen Infrastruktur und der Initiative zur Vereinfachung der Mitarbeit in der freien Online-Enzyklopädie verwendet werden. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Google 2008 mit Knol eine eigene Enzyklopädie und damit einen potentiellen Konkurrenten zu Wikipedia vorgestellt hat. Doch Knol konnte die Internetnutzer nie so recht von seinen Vorzügen überzeugen und so konnte es nie an den Erfolg von Wikipedia anknüpfen. Knol zählt damit zu einer Reihe von gescheiterten Google-Produkten, von denen es mehr gibt als die meisten wahrscheinlich glauben. Eine Spende vom Ex-Konkurrenten kann nun unterschiedlich gewertet werden, aber laut den Verantwortlichen waren die beiden Organisationen ja seit langem eher Partner als Gegner. Auch für das Internetmarketing kann die respektable Stellung von Wikipedia interessant sein. Aber mit werbenden Einträgen bei der freien Enzyklopädie sei Vorsicht geboten: So etwas bleibt nicht lange verborgen und wird gelöscht! Außerdem erscheint Wikipedia für viele irrelevant, da dort nur NoFollow-Links vorhanden sind. Doch wer auf der weltbekannten Seite namentlich auftaucht, hat sehr gute Chancen Besucher auf die eigene Internetpräsenz zu locken. So kann man es anstreben in den Wikipedia-Quellen aufzutauchen. Außerdem ist Wikipedia ein wichtiger Trafficbringer und das ist bei der Optimierung einer Webseite ein wichtiges Kriterium.