Schlägt Facebook bald Google?

Februar 13, 2010 at 4:58 pm (Uncategorized) (, , , , , , , , , , , , , , , , )

Inzwischen muss man sich ja wirklich fragen, ob noch irgendetwas an Google heranreichen kann. Der große Konzern beherrscht das Internet wie kein anderer, und das scheint sich auch kaum ändern zu lassen. Umso interessanter erscheint vor diesem Hintergrund die kürzlich veröffentlichte Statistik von Hitwise, der zufolge die amerikanischen Mitglieder von Facebook mit 3,52% mittlerweile mehr Besucher auf Medien- und Nachrichtenseiten leiten als Google News (1,39%). Die Suchmaschine Google ist mit 17,32% zwar nach wie vor der größte Verteiler von Nachrichten, doch es wird ebenfalls deutlich, dass Facebook als Knotenpunkt des Internets an Bedeutung immer weiter zunimmt. So planen die Macher bereits einen eigenen Maildienst, was deutlich macht wie sich das große soziale Netzwerk weiter ausbreitet. Das macht auch für die Branche Internetmarketing deutlich: Die Präsenz eines Unternehmens in Facebook ist mittlerweile nahezu unerlässlich, denn hier pulsiert das virtuelle Leben, hier findet jeder Aufmerksamkeit.
Die mittlerweile größte Community im Internet hat ein so starkes Wachstum erfahren, dass man davon ausgehen kann, dass Facebook seine Mitglieder auch dafür nutzen wird, eigene Inhalte zu produzieren, oder vorhandene Informationen zu verteilen. Damit könnte sich der Konkurrenzkampf zwischen dem Suchmaschinenbetreiber Google und der Gemeinschaft von Facebook zu einer immer stärkeren Auseinandersetzung entwickeln, in der Menschen gegen eine Maschine kämpfen. Bewertungen von Informationen werden nicht mehr einem selektierenden Server bzw. der Eintragung in Suchmaschinen überlassen, sondern wir verlassen uns lieber auf unser soziales Netz in der Community. Die Relevanzanalyse durch unsere Freude ziehen wir der einer Suchmaschine vor, und hier beginnt der Verlust von Google, denn ausnahmsweise zieht der Konzern dabei den Kürzeren.
In Hinblick auf die aktuelle Diskussion um den Datenschutz, bleibt eines allerdings festzuhalten: Wenn es um Google geht, brechen die Diskussionen um den fehlenden oder unsauberen Datenschutz kaum ab. Aber mit Facebook rückt nun eine Instanz vor, bei der die Nutzer von Anfang an ihre privaten Daten auf dem Silbertablett präsentiert haben. Hier erübrigt sich die Diskussion also, das Problem in Bezug auf den Umgang mit Nutzerdaten bleibt allerdings in neuer Dimension bestehen. Denn welche Rechte können User noch geltend machen, wenn sie alle ihre Daten (von der Adresse bis zu ihren Hobbys) freiwillig und völlig bewusst angegeben haben? Diese Frage wird sicher noch früh genug aufkommen und für viel neuen Diskussionsstoff sorgen.

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